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Reiseführer-Landkarte M13: Wüstenfeeling pur - zwischen Jbel Bani und Erg Chegaga

Von den vielfältigen Landschaften Marokkos führt der Weg entlang des Jbel Bani bis in das Vorfeld der Sahara. Entlang dieser Route verbinden sich eindrückliche Naturerlebnisse mit historischen Spuren früherer Besiedlung und persönlichen Beobachtungen. 

Gnadenlos wandernde Sandmassen. Foto: marokko erfahren

Nicht nur Badeurlaub am Mittelmeer, Surfen in den rauen Wellen des Atlantiks, Skifahren im Winter rund um das Toubkal-Massiv, Klettern in der atemberaubenden Todra-Schlucht, Mountainbike- oder Wandertouren durch den Anti-Atlas sind in Marokko möglich.

Südlich des Jbel Bani beginnt das, was sich manch einer unter dem globalen Begriff „Afrika“ vorstellt: der Sand herrscht vor. Aber man darf sich langsam vortasten, Schritt für Schritt damit vertraut machen. Fährt man die Nationalstraße von Tissint Richtung Foum Zguid, warnen in Abständen große, rote, mehrsprachige Hinweistafeln vor Sandverwehungen. Wer sie grundsätzlich ignoriert in der Annahme, zwischen den steinigen, rechts und links der Straße aufragenden Hügeln kann das nicht sein, riskiert, plötzlich wie auf Schmierseife zu rutschen.

Ruinen in Mrimima. Foto marokko erfahren

Ein Zwischenstopp in Mrimima lohnt. Heute eine verschlafene Ansammlung einiger Häuser, war der Ort im 15. Jahrhundert Zentrum des Sklavenhandels. Seinerzeit befand sich hier die drittgrößte Glaubensschule Marokkos, die Zaouïa Sidi Abdellah ou M'barek, von der noch einige Ruinen vorhanden sind. Beeindruckend sind die immens großen Friedhöfe und die überall verstreut darauf errichteten Qubbas, Grabstellen bedeutender Vorfahren, der sogenannten Marabouts.

Friedhof und Qubbas in Mrimima. Foto marokko erfahren Felsgravuren am Rand von Mrimima. Foto marokko erfahren

Wandert man an den südlichen Rand der Friedhöfe, taucht man in den Sand ein. Zwischen Dünen, die sich gnadenlos über Palmen hinwegbewegen, finden sich zahlreiche gut erhaltene Felsgravuren. Auf einem dieser Steine sitzend, schweift der Blick weit in die sandige Umgebung und eine Ruhe breitet sich aus, die man erleben muss...

Richtung Foum Zguid macht es Spaß, den einen oder anderen Hügelkamm neben der Straße zu erklimmen. Der Mix zwischen Felsen und Sand vereinfacht den Aufstieg nicht gerade, belohnt aber oben angekommen mit grandioser Aussicht. Und wenn dann noch die ein oder andere Felsgravur auftaucht oder der Blick auf vorislamische Steinkreise in der Ebene fällt, ist das Highlight des Tages doch schon erreicht?

In Foum Zguid, am Fuß des Jbel Bani gelegen, kann im alten, teilweise noch bewohnten Ksar auf historische Spurensuche gegangen werden. Einst begonnene Restaurierungsarbeiten scheinen aber momentan zu stagnieren. Die Bewohner konzentrieren sich heute hauptsächlich auf Tourismus, die Infrastruktur ist perfekt auf Allradfahrten zum Lac Iriqui sowie durch den Erg Chegaga Richtung Mhamid eingerichtet.

Auf dem Weg Richtung Lac Iriqui. Foto marokko erfahren Khettara bei Foum Zguid. Foto marokko erfahren

Der Traum vieler Marokkobesucher erfüllt sich mit einer ein- oder mehrtägigen Fahrt durch den Sand zum Lac Iriqui und tief hinein in die hohen Sanddünen. Nur sehr geübte und mit gutem Kartenmaterial ausgestattete Fahrer sollten sich allein auf so einen Trip begeben. Empfehlenswerter für einen entspannten Genuss und die eigene Sicherheit bietet es sich an, die Fahrkünste einem einheimischen Guide zu überlassen. Jährliche Berichte von Touristen, die nicht mehr allein zurückfinden, oft mit Militärhilfe herausgeleitet werden müssen, oder Schaden an ihrer Gesundheit erleiden, sind durchaus ernst zu nehmen.

In zahlreichen festen Camps zwischen den Dünen ist Verpflegung und ein vor Sandsturm sicherer Schlafplatz garantiert. Den nächtlichen Sternenhimmel von naheliegenden Dünen zu beobachten, gehört einfach dazu. Wer seinem Guide ein paar Wunschpunkte nennt, darf sich auf dessen Kenntnis der Umgebung verlassen, kann unbeschwert genießen und um Fotostopps bitten. Beeindruckend dann das Schauspiel - selbst erlebt im Jahr 2024 - eines tief in den Anblick des wassergefüllten Lac Iriqui versunkenen Guides, der darüber Raum und Zeit vergisst. Bei der Weiterfahrt entfährt seinen Lippen die Erklärung: seit über 50 Jahren gab es kein Wasser mehr in diesem See...

Markttreiben beim Festival. Foto marokko erfahren

Wer sich für eine Durchfahrt des Erg Chegaga - Marokkos größter Sandwüste - entscheidet, erreicht in M’Hamid wieder den Asphalt. Hier findet regelmäßig im Frühjahr (2026: 3.-5. April) das traditionelle Nomadenfestival statt, dessen Ziel es ist, das kulturelle Erbe nomadischer Gemeinschaften zu bewahren und zu präsentieren. Sandhockeyspiele, Sandbrotbacken, Live-Musik und zahlreiche weitere Aktivitäten können Besucher genießen - ein beinahe unverzichtbares Ereignis für Wüstenliebhaber.

Konzertbuehne mitten im Sand. Foto marokko erfahren Abendliches Konzert. Foto marokko-erfahren

Genug vom Sand? Auch wenn in Foum Zguid täglich zahlreiche Allradautos durchrollen - aus dem Sand kommend oder dorthin startend, locken Ziele in der näheren Umgebung, die in eigenem Tempo erforscht werden können. Ksar Nkheila, ein ummauertes Dorf, fasziniert mit Qubba und mehreren (heute trockenen) Khettaras, zahlreichen vorislamischen Steinkreisen in verschiedenen Formen oder aufgelassene Minen, in denen Kenner auf Mineraliensuche gehen können.

M13 Foum Zguid Tissint PN Iriqui Jbel Bani ISBN 9783943752878 frontReiseführer-Landkarte M13

Ausflüge und zahlreiche Ziele einschließlich GPS-Daten, Fotos und vielen Informationen können Sie nachvollziehen auf der touristischen Landkarte

M13 Foum Zguid - Tissint - PN d'Iriqui ouest - Jbel Bani
ISBN 9783943752878

  • Autor & Herausgeber: A.+ B. Conrad, marokko-erfahren
  • Kartographie: marokko-erfahren, Kartographische Beratung Prof. Dr. Uwe Ulrich Jäschke
  • Deutsch, Englisch und Französisch
  • Verlag Huber
  • Erscheinungsjahr: 2025
  • 841 x 594 mm, gefaltet 105 x 195 mm
  • 72 Farbfotos, 7 SW-Fotos, 13 Grundriss und Skizzen s/w

Dreisprachige (de. / en. / frz.) äußerst detaillierte touristische Landkarte / Reiseführer von Marokko.

Von den über 300 auf der Kartenseite markierten Zielen werden mehr als 70 auf der Reiseführerseite detaillierter beschrieben, 56 davon sind mit Koordinatenangaben versehen.

Mit Hintergrund-Informationen zur Geschichte, zu Besichtigungsmöglichkeiten und weiteren Besonderheiten.

  • Tissint – ummauertes Dorf mit historischer Bedeutung
  • Charles de Foucauld: detaillierte Informationen eines bewegten Lebens
  • Prähistoriker Alain Rodrigue erklärt den Tazina-Stil der Felsgravuren
  • Vorstellung des Sahara-Steinschmätzers
  • Suchen und Finden: präislamische Steinformationen in der Wüste
  • Hinweise auf Beschreibungen von Charles de Foucauld und Marquis René de Segonzac
  • Wochenmarkttage (Souks)

Überquert man den Jbel Bani Richtung Süden, kommt jeder Wüstenliebhaber auf seine Kosten. Die Gegend ist dünn besiedelt, zahlreiche in Stein gemeißelte Bilder und Spuren vorislamischer Besiedelung in Form von rätselhaften Steinmonumenten bieten Anlass, sich mit der Umgebung intensiv auseinanderzusetzen.

Wüstenfahrten in den Erg Chegaga vorbei am Lac Iriqui lassen sich bereichern durch Fossilien- und Gravurensuche. Mit etwas Glück fliegt der Saharasteinschmätzer vorbei. Da stellt sich schon mal die Frage, wer wen beobachtet…

Charles de Foucauld ermöglichte uns durch seine anschaulichen Reiseschilderungen an einer sich damals noch ganz anders präsentierenden Landschaft teilhaben zu können. In Tissint besteht die Möglichkeit, sein damaliges Wohnhaus zu besuchen.

Roger Mimó Lladós informiert in einem Textbeitrag über die Gründung der Zaouïa von Mrimima im 18. Jh., die an einem einst bedeutenden Karawanen-Kreuzungspunkt liegt.

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