Djabal Saghro: Wandern im Wüstengebirge

Seite 1 von 2

Das Djabal-Saghro-Massiv zieht sich als östliche Fortsetzung des Anti-Atlas 200 km vom Drâa-Tal bis zum Ziz im Süden Marokkos. Das Wüstengebirge mit seinen faszinierenden Felsformationen ist ein Paradies für Wanderer.

 

 

  Leseprobe aus „Südmarokko - Marrakesch, Agadir, Essaouira“, Reise Know-How Verlag Rump
  Buchcover Suedmarokko
   

Das Djabal-Saghro-Massiv fasziniert durch die Klarheit von Formen und Farben: bizarr erodierte Felsen, Steine und Kiesel in Schwarzbraun, die in unvergleichlicher Weise mit dem kristallblauen Himmel kontrastieren. Das hohe geologische Alter von 200 bis 500 Millionen Jahren zieht zudem Geologen, Fossiliensammler und Naturliebhaber an. Besonders bekannt ist das Bab’n’Ali, das „Tor von Ali“: zwei markante Felstürme inmitten der imposanten Bergkulisse nördlich von Nekob.

Das Gebirgsmassiv ist eine der unwirtlichsten Regionen des Landes mit nur durchschnittlich 200 mm Regenfall im Jahr. Im Frühjahr zieren ein paar gelbe, weiße und blaue Farbflecke die Hänge dieser dunklen Steinwüste. Knorrige Wacholderbäume – die einzigen Bäume in dieser Höhe – neigen sich in Windrichtung. Die karge Bergwelt ist Lebensraum der Berber vom Volk der Aït Atta. Sie betreiben bescheidene Landwirtschaft in den tief eingeschnittenen, grünen Tälern. Auf ihren Feldern gedeihen Weizen, Gerste, Henna, Mandel- und Walnussbäume. Ihre traditionelle Lebensgrundlage ist die Wechselweidewirtschaft. Im Winter weiden die Aït Atta ihre Ziegen und Schafe in der Sahara südlich der Berge, im Frühjahr treiben sie die Tiere auf die Hänge des Djabal Saghro, nach deren Abweidung ziehen sie schließlich in den Hohen Atlas, der nach der Schneeschmelze neue Weidegründe bietet.

In vier Tagen können Wanderer mit etwas Kondition das Massiv durch eine Reihe fantastischer Schluchten hindurch, vorbei an imposanten Felstürmen und -spitzen, ursprünglichen Berberdörfern und über mehrere Gipfel von mehr als 2000 Metern Höhe, durchqueren. Das Trekking startet am Nordrand des Djabal Saghro in Tagdilt (südlich von Boumalne du Dadès) oder von Süden in Handour (nördlich von Nekob). Im Frühjahr kann es nachts noch empfindlich kalt werden, mit Temperaturen nahe an der Nullgradgrenze. Tagsüber herrschen dafür angenehme 25 bis 35 Grad, während es im Sommer bis zu 45 Grad heiß wird. Am romantischsten ist die Übernachtung in Zelten unter dem klaren Sternenhimmel. Es ist aber auch möglich, in Gîte d’étapes – von Berberfamilien geführten, einfachen Unterkünften in den Oasen - unterzukommen (Schlafsack mitbringen). Wer sein Gepäck nicht selbst tragen möchte, kann in Boumalne oder Nekob bei dem dortigen Bureau des guides et accompagnateurs Mulitreiber mit ihren Tieren anmieten. Ein marokkanischer Bergführer sollte auf jeden Fall angeheuert werden, da die Wege nicht markiert sind und die Orientierung auf den weit verzweigten Pfaden schwerfällt. Ein Bergführer kostet pro Tag ca. 600 DH, dazu kommen die Kosten für Maultiere und Mulitreiber (ca. 150 DH pro Tag), sodass mit Kosten von 80-100 Euro pro Tag (für die gesamte Gruppe) zu rechnen ist.

 

Etappen, Unterkunft und Versorgung beim Djabal Saghro Trekking, Wanderung in der Afourer-Schlucht, Nekob
Seite

Copyright © marokko.com. Alle Rechte vorbehalten. Kopien sind nur mit schriftlicher Genehmigung von marokko.com erlaubt. Hinweise zu "Haftung für Inhalte" und "Urheberrecht" sind unter Impressum beschrieben. Kommentare zu einzelnen Artikeln sind ausdrücklich erwünscht und können in forum.marokko.com gepostet werden.