Alteisen zu neuem Leben verhelfen

 

 

Der 35-jährige Bildhauer Aziz Aalwan ist gelernter Schmied, aber er ist einer, der sich nicht mit Hufeisen oder Fenstergittern zufrieden gab. Schon immer fügte er nach Feierabend, wenn die Kollegen schon längst zuhause waren, gesammelte Metallreste zu Figuren seiner Fantasie zusammen.

 

Aziz Aalwan, masighischer Abstammung, lebt und arbeitet in Meknès. Hier hauchte er Blechen, die ja sonst zu nichts mehr nütze waren, neues Leben ein. Mit der Zeit baute er auch andere Abfallmaterialen wie Holz, Kunststoff oder Leder in seine Skulpturen ein.

Seine Plastiken wurden größer und größer, sie wuchsen quasi mit seinem Schaffensdrang. In etlichen Fortbildungen lernte er die Grundlagen der Bildhauerei.

Seine Plastiken wurden immer durch Dinge aus seiner persönlichen Umgebung inspiriert. Es entstanden Stiere, Hühner, Wasserträger, Teekessel, Tänzer und immer wieder Pferde, zu denen er wohl eine besondere Beziehung hat. Alle Figuren präsentieren sich im XXL Format. Lokale Ausstellungen, Ausstellungen auf internationalen Pferdemessen und eine Ausstellung zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen 2016 in Marrakesch erregten das Interesse von Städteplanern und Regionalbehörden. Denn seine professionell geformten Monumentalskulpturen eignen sich als Symbol für das Kulturerbe eines Ortes und seiner Region.

Ich konzentriere mich auf die kulturellen Unterschiede der Regionen. In diesem Sinne möchte ich für jeden Ort eine Skulptur schaffen, die dessen Eigenheiten unmissverständlich wiedergibt.“

Aktuell fertigt er einen Monumentalkopf aus recycelten Metallblechen, der die abstrakten Eigenschaften von Wille und Bereitschaft vermitteln soll. Allein der Kopf hat eine Höhe von über drei Metern. Der dazugehörige Korpus ist noch in Planung. „Besonders wichtig sind mir die Augen. Sie sollen perfekt sein!“ sagt Aziz Aalwan. Die Skulptur soll in der Stadtmitte von Meknès im Bereich La Gora ihren Platz finden. Die Dimensionen dieser Skulptur erfordern einen entsprechend großen Planungs- und Realisierungsaufwand. Eine Beteiligung verschiedener Unternehmen ist daher unerlässlich. „Ich bin überzeugt, dass diese Figur zu einer Attraktion der Stadt Meknès wird, von der nicht nur die Stadt profitieren wird“, sagt der Künstler zu seinem Projekt.

In seinem Gespräch mit marokko.com vertraute er uns an, dass er zur Zeit außerdem an einem großen Modell arbeitet, mit dem er in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen werden möchte. Wir wünschen ihm allen Erfolg.


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