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Fes: Gentrifizierung, Kunst und kulturelles Erbe

Zum sechsten Mal fand im Oktober dieses Jahres das internationale Künstlertreffen „Fes Artist Gathering“ in der ehrwürdigen Königsstadt statt.

Internationales Künstlertreffen in Fes, Foto: Fes Gathering

Seit Jahrhunderten überbrückt Fes wirtschaftliche, intellektuelle, kulturelle, soziale und spirituelle Unterschiede zwischen „Osten“ und „Westen“, sowie zwischen „Norden“ und „Süden“. Die Stadt Fes in Marokko gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist die Heimat von Al-Qarawayyin, der ältesten funktionierenden Universität der Welt. Sie war die spirituelle Heimat von Intellektuellen wie Leo Africanus, Ibn Khaldun und Ibn Battuta. Heutzutage sind jährliche internationale Kulturveranstaltungen wie das Weltfestival für sakrale Musik und das Fez-Festival für Sufi-Kultur sowie die Anwesenheit neuer Denker, zeitgenössischer Künstler, innovativer Kunsthandwerker und Wissenschaftler neue Meilen-steine ​​in der kulturellen Zukunft von Fes.

Das Programm des diesjährigen Festivals beschäftigte sich mit "Gentrifizierung, Kunst und kulturellem Erbe" in Bezug auf die Situation in der Medina von Fes.

Fez Artist Gathering ist eine jährlich stattfindende dynamische Veranstaltung mit Ausstellungen, Podiums­diskussionen, Demonstrationen, Performances, Installationen und Workshops, die Künstler aus Marokko mit Künstlern aus anderen Ländern der Welt zusammenbringt.

Neben dem Aufbau dauerhafter künstlerischer Netzwerke fördert die Veranstaltung die Kunstszene von Fez, indem sie den lokalen Künstlern Raum bietet, ihre Werke internationalen Künstlern, Akademikern und Gästen vorzustellen und sich mit Ihnen auszutauschen.

Internationales Künstlertreffen in Fes, Foto: Fes GatheringBei seiner sechsten Auflage beschäftigte sich Fez Artist Gathering mit der Frage, wie Kunst genutzt werden kann, um die Herausforderungen einer fortschreitenden Gentrifizierung anzugehen. Die mehrtägige, öffentliche Veranstaltung legte ihren Fokus auf die Funktion und das Potenzial von Kunst und Kultur, um städtische Räume so zu verändern, dass bestehende Gemeinschaften nicht verdrängt werden, sondern im Gegenteil, dass sie gestärkt und unterstützt werden. Natürlich wurde auch die wichtige Rolle von Institutionen in die Diskussionen mit einbezogen.

Die Veranstaltung bietet auch Raum für den Dialog zwischen den Generationen und beleuchtet die zeitgenössische marokkanische Kunstszene. Fes Artist Gathering überbrückt durch seinen internationalen Austausch auf künstlerischer Ebene die wirtschaftlichen, intellektuellen, sozialen und spirituellen Unterschiede zwischen den Kulturen.

Zu den Künstlern, die in diesem Jahr teilnahmen, gehörten Ahmed Bennani, ein Autodidakt und gefeierter Künstler aus Fez, Giordana Querceto, ein italienischer Architekt, Zineb Benjelloun, ein multidisziplinärer Künstler aus Casablanca, und Benjamin Bēni, ein Künstler aus Frankreich. Philip Kojo Metz und Ann Schomburg aus Deutschland sowie Sofia Mellino aus Argentinien haben die diesjährigen Gemeinschaftsausstellungen mitkuratiert.

Das Künstlertreffen Fes Gathering  wird mit Unterstützung des American Language Center Fes / Arabic Language Institute in Fes (ALC/ALIF), des Goethe-Instituts Marokko, der Université Euro-Méditerranéenne de Fes, des Noujoum Fes Center, des Fes Medina Project, des Kan Ya Makan Center und des Berlin Art Institute  veranstaltet.

Omar Chennafi, Foto: Peter RigaudKünstler und Fotograf Omar Chennafi

Der aus Fes stammende marokkanische Künstler und Fotograf Omar Chennafi rief das Fez Gathering im Jahr 2015 ins Leben. Omar organisiert unermüdlich Fotoworkshops und ist als engagierter Kurator und Kulturmanager neben seiner eigentlichen Profession als Fotograf tätig. Seit Jahren ist er offizieller Fotograf des Weltfestivals der spirituellen Musik in Fes.

Der über die Landesgrenzen hinaus bekannte Fotograf versucht eine Synergie zwischen verschiedenen Kulturgütern zu schaffen und Plattformen der kulturellen Zusammenarbeit zu entwickeln, welche die traditionelle und zeitgenössische Kunst in Marokko und der übrigen Welt verbindet. omarchennafi.com.

 


Mehr über den Autor Eberhard Hahne finden Sie hier