Tiznit-Dakhla-Schnellstraße in „Donald J. Trump Highway“ umbenannt
US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social eine rund vierminütige Aufnahme geteilt, die die neu ausgebaute 1.055 Kilometer lange Schnellstraße zwischen Tiznit und Dakhla unter dem Titel „President Donald J. Trump Highway" zeigt.
Das Video beschreibt die Strecke als eine der längsten Straßen Afrikas, die sich über 7% der Atlantikküste des Kontinents erstreckt, und führt über Guelmim, Tan-Tan, Laâyoune und Boujdour bis nach Dakhla.
Trump selbst ließ an seiner Begeisterung keinen Zweifel. In seinem Begleittext richtete er Dankesworte an König Mohammed VI.: „Danke an den hochgeschätzten Mohammed VI., den König von Marokko - was für eine große Ehre! Ich freue mich darauf, eines Tages, hoffentlich schon bald, die gesamte Länge dieser großartigen Straße zu befahren." Das Video selbst trägt den Untertitel „Donald J. Trump Highway: Der Weg des Friedens zur Prosperität" und zeigt Luftaufnahmen der Trasse durch die Wüstenlandschaft der Südprovinzen; die Erzählstimme spricht von „zweieinhalb Jahrhunderten" der Freundschaft zwischen beiden Ländern.
Dass diese Strecke zum Anlass einer solchen Geste wurde, ist unabhängig von dieser offenen Frage kein Zufall, sondern Ausdruck einer strategischen Partnerschaft, die sich seit Jahren vertieft.
Der Wendepunkt der jüngeren marokkanisch-amerikanischen Beziehungen liegt im Dezember 2020. Damals erkannte die erste Trump-Administration die marokkanische Souveränität über die Westsahara offiziell an - ein Schritt, den Rabat als geopolitischen Durchbruch von historischem Ausmaß wertete. Im Gegenzug erklärte sich Marokko bereit, seine diplomatischen Beziehungen zu Israel im Rahmen der Abraham-Abkommen zu normalisieren.
Marokko war 1777 das erste Land überhaupt, das die Unabhängigkeit der jungen Vereinigten Staaten anerkannte. Der 1786 unterzeichnete Freundschafts- und Friedensvertrag zwischen beiden Ländern gilt bis heute als die älteste ununterbrochene diplomatische Beziehung in der Geschichte der USA.
Das „Tor nach Westafrika"
Initiiert wurde das Bauprojekt 2015 von König Mohammed VI. im Rahmen des Neuen Entwicklungsmodells für die Südprovinzen, anlässlich des 40. Jahrestages des Grünen Marsches. Ziel war es von Anfang an, Fahrzeiten und Verkehrssicherheit zwischen dem Norden und dem Süden des Landes deutlich zu verbessern. Zunehmend übernimmt die Strecke jedoch eine weitere Funktion: als Verbindungsachse nach Subsahara-Afrika. In Kombination mit dem im Bau befindlichen Großhafen Dakhla Atlantique soll die Region zu einem zentralen Handels- und Logistikknotenpunkt für den afrikanischen Kontinent heranwachsen.