Marokkos Häfen gehören zu den bestvernetzten der arabischen Welt
Die marokkanischen Häfen Tanger Med und Casablanca zählen laut einem neuen Branchenbericht zu den wichtigsten Knotenpunkten des Seehandels in der arabischen Welt. Die Analyse der Arab Investment and Export Credit Guarantee Corporation zeigt zugleich die wachsende Dynamik der maritimen Wirtschaft der Region - mit steigenden Containerumschlägen, zunehmenden Investitionen und einer stärkeren Einbindung in globale Handelsrouten.
Die in Kuwait ansässige Institution legte am Sonntag ihren vierten Sektorbericht für das Jahr 2025 zum maritimen Transport vor. Darin wurden 71 arabische Häfen innerhalb eines globalen Netzwerks von mehr als 930 Häfen bewertet. In der Rangliste erscheinen Tanger Med und Casablanca neben großen regionalen Umschlagplätzen wie Jabal Ali, Khalifa Port, Jeddah Port, Alexandria, Port Said, Dammam, Damietta und Salalah.
Der Bericht untersucht maritime Konnektivität, Warenströme und Investitionen im arabischen Raum. Demnach zog der Sektor in den vergangenen 23 Jahren insgesamt 146 ausländische Investitionsprojekte an, mit einem Gesamtvolumen von nahezu vier Milliarden US-Dollar.
Auch die arabische Handelsflotte ist im Jahr 2025 weitergewachsen. Die Zahl der Schiffe stieg laut Bericht um vier Prozent auf rund 2.900 Einheiten auf Basis tatsächlicher Eigentumsverhältnisse. Die gesamte Transportkapazität erhöhte sich um 4,6% auf etwa 109 Millionen Tonnen Tragfähigkeit. Damit verfügen arabische Flotten über rund fünf Prozent der weltweiten Transportkapazität. Die Umschlagsmengen in den Häfen der Region haben ebenfalls zugenommen. Im Jahr 2023 wurden über arabische Häfen mehr als 423 Millionen Tonnen Fracht entladen. Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Ägypten wickelten zusammen rund 58% dieses Volumens ab. Die über arabische Häfen verladenen Güter erreichten im selben Jahr etwa 1,6 Milliarden Tonnen. Das entspricht rund 14% des weltweiten Seehandelsvolumens. Öltransporte machten etwa 58% dieser Waren aus.
Auch der Containerverkehr entwickelte sich dynamisch. Zehn große arabische Häfen fertigten im Jahr 2023 rund 59 Millionen Standardcontainer ab. Das entspricht einem Anstieg von 19% gegenüber dem Jahr 2019.
Stärkere internationale Vernetzung
Der Bericht stellt zudem eine stärkere Einbindung der arabischen Häfen in globale Schifffahrtsnetzwerke fest. Ende 2024 lagen Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Saudi-Arabien bei der maritimen Konnektivität innerhalb der Region an der Spitze. Parallel dazu nahm auch die Zusammenarbeit zwischen arabischen Ländern zu. Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Bahrain, Oman und Ägypten finanzierten elf regionale Projekte im maritimen Bereich mit einem Gesamtwert von mehr als 218 Millionen US-Dollar. Der Handel mit maritimen Transportdienstleistungen entwickelte sich ebenfalls positiv. Für elf arabische Länder stieg der Außenhandel in diesem Bereich im Jahr 2024 um 12% auf mehr als 53 Milliarden US-Dollar. Das entspricht etwa einem Viertel des gesamten arabischen Handels mit Transportdienstleistungen. Die Exporte von maritimen Dienstleistungen erhöhten sich um 14% auf rund neun Milliarden US-Dollar, während die Importe um 13% auf etwa 45 Milliarden US-Dollar stiegen.
Die Arab Investment and Export Credit Guarantee Corporation wurde 1974 gegründet. Sie ist eine gemeinsame arabische Institution im Besitz der Mitgliedstaaten und mehrerer regionaler Finanzorganisationen. Zugleich zählt sie zu den ältesten multilateralen Einrichtungen weltweit, die Investitionen versichern.