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Das Tunnelprojekt Spanien-Marokko soll bald Realität werden

Die Straße von Gibraltar ist aufgrund ihrer geografischen Lage zwischen Europa und Afrika und als Kreuzung zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer ein Gebiet von großem strategischem Interesse und gilt als wichtige Passage für die Seeschifffahrt.

 

Eine ständige Infrastrukturverbindung zwischen Marokko und Spanien über die Meerenge würde ein wesentliches Glied im Verkehrsnetz Europa-Mittelmeer darstellen. Die Erleichterung des Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehrs wird zu einer quantitativen und qualitativen Beschleunigung der Wirtschaft führen und eine neue Raumordnung und den Ausbau der Verkehrsnetze auf beiden Seiten der Meerenge bewirken. In diesem Sinne wäre sie von großer Bedeutung für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Länder in der Region und würde eine Chance für ein integriertes Wachstum für das gesamte Gebiet bieten.

Tanger MalabataDer Tunnel, der Spanien und Marokko miteinander verbinden soll, ist in Arbeit. Berichten des Telegraph zufolge soll der schätzungsweise sechs Milliarden Pfund teure Bau zur Fußballweltmeisterschaft 2030 fertiggestellt sein. Die Pläne für den Tunnel wurden beschleunigt, als Marokko, Spanien und Portugal als gemeinsame Gastgeber für die FIFA Fußballweltmeisterschaft 2030 benannt wurden.

Die Tunneltrasse kreuzt die geologische Verwerfung zwischen den Azoren und Gibraltar, an der sich in der Region zahlreiche Erdbeben ereigneten. Dies macht die Kanalverbindung noch komplexer als den bestehenden Tunnel zwischen England und Frankreich. Die Verwerfungslinie steht unter Beobachtung und war im Laufe der Jahre Schauplatz erheblicher Schäden. So zum Beispiel 1755 in Lissabon, als mehr als ein Drittel der Bevölkerung durch ein Erdbeben getötet wurde, das einen Tsunami auslöste. Am 15. März 2024 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4,5 Al Hoceima, Taza und Taounate in der Nähe der Straße von Gibraltar.

Die Spanische Gesellschaft für Studien zur festen Verbindung über die Straße von Gibraltar (SECEGSA) geht davon aus, dass der Tunnel auf einer Länge von etwa 38 km jährlich ca. 12,8 Millionen Passagiere zwischen Afrika und Europa befördern könnte.