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American Airlines erwägt Direktverbindung Dallas-Casablanca

Casablanca taucht erneut in den strategischen Planungen von American Airlines auf. Die Überlegungen zu einer möglichen Direktverbindung aus den USA zeigen, wie stark Marokko als Luftverkehrsdrehscheibe zwischen Amerika, Europa und Afrika wahrgenommen wird.

 

Map Amerika Afrika. Fotos von Openstreetmap und BoingAmerican Airlines prüft im Rahmen ihrer internationalen Expansionsstrategie eine mögliche Direktverbindung zwischen Dallas-Fort Worth (DFW) und Casablanca. Die marokkanische Wirtschaftsmetropole wurde bei einer internen Strategietagung des Konzerns ausdrücklich als potenzielle neue Destination genannt - ein Hinweis auf die wachsende Bedeutung Marokkos in den transatlantischen Planungen der US-Fluggesellschaft.

Die Überlegungen wurden während der unternehmensinternen Konferenz Journey ’26 vorgestellt, bei der Führungskräfte und Netzwerkplaner über mögliche Erweiterungen des internationalen Streckennetzes diskutierten. In einem internen Dokument heißt es, dass „Städte wie Mallorca, Casablanca und Kapstadt als bemerkenswerte Optionen erschienen sind, was das zunehmende Interesse an freizeitorientierten Reisezielen und an einer gezielten Netzwerkerweiterung widerspiegelt“. Die explizite Nennung Casablancas, die über den internationalen Flughafen Mohammed V verfügt, unterstreicht die strategische Rolle Marokkos als Brückenkopf zwischen Nordamerika, Europa und Afrika.

Casablanca als nordafrikanischer Knotenpunkt

American Airlines verweist darauf, dass Casablanca bereits vor der Corona-Pandemie Teil früherer Expansionsüberlegungen war, deren Umsetzung jedoch durch die weltweiten Reisebeschränkungen ausgebremst wurde. In dem Dokument heißt es, die Verbindung sei „bereits vor den pandemiebedingten Störungen in Betracht gezogen worden“.

Zusätzliche Bedeutung erhält der Standort durch die Mitgliedschaft von Royal Air Maroc in der Oneworld-Allianz, der auch American Airlines angehört. Dies eröffnet vielfältige Anschlussmöglichkeiten innerhalb Afrikas, auch wenn die Fluggesellschaft einräumt, dass die klassische Geschäftsreisetätigkeit zwischen Nordamerika und Teilen Afrikas bislang begrenzt ist.

Zwar bleibt Europa für American Airlines derzeit der Schwerpunkt bei neuen Langstreckenverbindungen, doch die wiederholte Erwähnung Casablancas deutet auf ein nachhaltiges Interesse hin. In der internen Auswahl standen insgesamt zehn Städte, darunter Sevilla, Berlin, Bordeaux, Casablanca, Shannon, Mallorca, Kapstadt, Wien, Brüssel und Córdoba.

Flottenstrategie als Schlüsselfaktor

Ob und wann eine neue Verbindung realisiert werden könnte, hängt maßgeblich von der verfügbaren Flugzeugflotte ab. American Airlines betont, dass „die Verfügbarkeit geeigneter Flugzeuge eine entscheidende Rolle bei der Auswahl neuer Strecken spielt“. Mit der geplanten Einführung des Airbus A321XLR, der eine große Reichweite mit vergleichsweise niedrigen Betriebskosten verbindet, könnten künftig auch transatlantische Nischenmärkte wirtschaftlich bedient werden. Größere Langstreckenflugzeuge wie die Boeing 787 erfordern hingegen ein deutlich höheres Nachfragevolumen.

Während Verbindungen nach Südafrika, etwa nach Kapstadt, als besonders ressourcenintensiv gelten, profitiert Casablanca von einer bereits etablierten Rolle im transatlantischen Luftverkehr und einem gut ausgebauten Anschlussnetz.

Auch wenn die interne Konsultation noch keine konkrete Entscheidung darstellt, gibt sie laut American Airlines Aufschluss darüber, „in welche Richtungen sich die Netzwerkplanung künftig bewegen könnte“. Für Marokko ist die wiederholte Erwähnung Casablancas ein deutliches Signal dafür, dass das Land bei der schrittweisen Neuausrichtung interkontinentaler Flugverbindungen zunehmend in den Fokus rückt.