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Marokko, ganz anders, als viele denken! Drucken E-Mail
Marokko ist heiß. Stimmt das?

An der marokkanischen Atlantikküste liegen die durchschnittlichen Tagestemperaturen auch im Hochsommer nicht über 25° C - und im Winter nicht unter 18° C. Das milde mediterrane Klima entspricht dem der Kanaren.

In Marrakesch, im Landesinneren, steigt das Thermometer in den Sommermonaten bis auf
38° 0, aber durch die Nähe der Wüste ist die Luft trocken und die Hitze leicht zu ertragen. Schwüle 27° C - wie so häufig im deutschen Sommer - belasten den Körper deutlich mehr.

Marokko ist laut. Stimmt das?

Was wäre Marokko ohne seine Musik, ohne das Gewirr der vielfältigen Stimmen, Flöten, Trommeln und Klänge? Das Stimmenkonzert des Marrakescher Platzes Djemaa-el-Fna wurde von der UNESCO zum mündlichen Weltkulturerbe ernannt! Und doch: schon hinter den Mauern der benachbarten Riads, in den Palmenhainen und Gärten erwartet den Gast eine vollkommene Stille. Kontraste, die für Marokko typisch sind.

Marokko ist gefährlich. Stimmt das?

Marokko ist ein ausgesprochen sicheres Land. Die Kriminalitätsrate ist wesentlich niedriger als in Deutschland.

Marokko ist frauenfeindlich. Stimmt das?

Das Leben moderner Marokkanerinnen in den Küstenmetropolen und den Neustädten von Fes und Marrakesch unterscheidet sich in vielen Dingen kaum von dem Leben einer Europäerin.

Weit über 30 Frauenverbände setzen sich in Marokko für die Gleichberechtigung der Frauen ein, die schon in der Verfassung verankert ist: Gleichheit der Geschlechter, sowie aktives und passives Wahlrecht. Das neue Familiengesetzbuch beinhaltet das Frauenrecht, das auf dem Verbot der Polygamie, dem rechtsförmlichen Scheidungsverfahren und Unterhaltsansprüchen der Frau basiert.

Seit dem Mittelalter gab und gibt es in Marokko Frauen, die sich politisch engagieren, in der Arbeitswelt behaupten und Unternehmen leiten. Islam und Frauenrechte sind kein Widerspruch. Bei den Berbern und den Nomaden in der Sahara sind die Frauen sogar tonangebend. Bestes Beispiel für die emanzipierte Marokkanerin „von heute“ ist Fatima Mernissi, Soziologie-Professorin in Rabat, seit 1993 Beraterin der UNESCO und Mitglied im Beraterstab der Weltbank für den Nahen Osten und Nordafrika.

Der Schleier, für europäische Betrachter ein Symbol der Unterdrückung, ist für die meisten Marokkanerinnen nicht viel mehr als ein traditionelles Kleidungsstück, Symbol der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Gläubigen. Besonders ältere Frauen fühlen sich durch den Schleier geschützt.

Marokko ist nervig. Stimmt das?

Marokkaner sind ausgesprochen gastfreundlich und Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen. Ausländische Gäste werden gern nach dem „Woher“ und „Wohin“ gefragt; dahinter steckt freundliche Neugier, denn viele Marokkaner kennen Europa durch einen Aufenthalt.

Die Tourismusbehörden haben durch Sensibilisierungskampagnen die Richtung zum optimalen Umgang mit den Touristen angezeigt. Inzwischen gibt es kaum noch Beschwerden über Belästigungen.

Marokko ist rückständig. Stimmt das?

„Marokko ist ein Baum, der seine Wurzeln in Afrika hat und seine Äste nach Europa ausstreckt“, sagte schon Seine Majestät König Hassan II. Sein Sohn Mohamed VI treibt die Demokratisierung und Modernisierung des Landes weiter voran. Im April 2000 wählten die Vereinten Nationen Rabat zum Sitz des ersten Informations- und Ausbildungszentrums für Menschenrechte in der arabischen Welt.

Marokko verfügt über reiche Bodenschätze und Fischgründe und hat als Brückenkopf zwischen Europa und Afrika strategische Bedeutung.

Die Handelsbeziehungen mit den europäischen Nachbarländern beflügeln die marokkanische Wirtschaft, seit 1996 besteht ein Assoziierungsabkommen mit der EU. Eine schrittweise Privatisierung der Wirtschaft lockt zunehmend ausländische Investoren ins Land.

Zu den Boom-Branchen Marokkos gehören der Tourismus, die Textilindustrie und die lnformationstechnologie. Hier wird der Wille zur Öffnung und Modernisierung des Landes deutlich.

Marokko ist schmutzig. Stimmt das?

Durch die Privatisierung der Stadtreinigungsdienste haben die marokkanischen Behörden einen großen Schritt in Richtung saubere Städte getan. Dazu kommen zahlreiche Maßnahmen, die der Sensibilisierung der Bevölkerung dienen. Nicht nur in der Hauptstadt Rabat mahnen eine Vielzahl von Schildern den Bürger „Veillez à la proprete de votre ville“ - Halten Sie Ihre Stadt sauber!

Auch auf den Dörfern animieren Sauberkeitswettbewerbe, nicht nur das eigene Haus (eine Selbstverständlichkeit), sondern auch die Umgebung zu pflegen. Straßenfeger reinigen die Neu- und Altstädte.

Auf dem berühmten Platz Djemaa-el-Fna, Marrakeschs quirligem Hauptplatz mit seinen brodelnden Garküchen, sind die Hygiene Kontrollen so gut, dass auch der Mittel Europäer ohne Sorge an den Straßenständen kosten kann.

Bei jeder Reiseplanung tauchen Fragen auf, die beantwortet werden wollen, und je unbekannter das Reiseziel, desto zahlreicher die Fragen! Eine Situation, die natürlich auch auf das (noch) relativ unbekannte und auf manchen fremdartig anmutende Urlaubsland Marokko zutrifft. Einige häufige Fragen. Bitte geben Sie uns Nachricht, wenn es weitere Fragen gibt.

Welche Papiere und Impfungen braucht man für eine Reise nach Marokko?

Deutsche Staatsbürger, die eine Pauschalreise gebucht haben, benötigen einen Personalausweis und Hotel-Voucher. Bei lndividualreisen, den wird ein Reisepass verlangt, der noch mindestens sechs Monate - vom Tag der Einreise an gerechnet - gültig sein muss. Kinder in Begleitung Erwachsener brauchen einen Kinderausweis mit Foto.

Für Angehörige bestimmter Nationalitäten ist ein Visum erforderlich. Auskunft erteilt das marokkanische Konsulat. Spezielle Impfungen sind nicht notwendig.

Wie kann man sich in Marokko verständigen?

Am einfachsten auf Französisch, aber auch Englisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch werden vielfach gesprochen. Marokkaner sind wahre Sprachgenies! In den von deutschen Veranstaltern angebotenen Urlaubshotels wird fast überall Deutsch und Englisch gesprochen.

Die häufigsten Fragen

Müssen Frauen in Marokko ein Kopftuch tragen?

Natürlich nicht. Es ist allein Sache der marokkanische Frauen, sich für Kopftuch oder Schleier zu entscheiden. Häufig sieht man Frauen mit Kopftuch Arm in Arm mit Frauen in moderner westlicher Kleidung scherzend und lachend durch die Straßen gehen. Jeans und Djellabah existieren nebeneinander.

Klar, in der Medina oder in kleinen Dörfern sollte man aus Respekt vor den Sitten des Gastlandes auf provozierende Kleidung verzichten. Und wer im Geländewagen unterwegs ist, wird vielleicht von selbst zum Kopftuch greifen, um sich vor Wind und Sonne zu schützen.

Kann man als Frau alleine nach Marokko reisen?

Aber sicher! Wer zum ersten Mal nach Marokko reist, ist oft verwundert, wie frei und selbst bewusst sich Marokkanerinnen in der Öffentlichkeit kleiden und benehmen. Die Rolle der Frau in der marokkanischen Familie und Gesellschaft nimmt besonders in den Städten zunehmend westliche Züge an. Zwar sind die traditionellen Cafes der Medina immer noch ein Stammplatz der Männer, doch in den Eisdielen, Patisserien (Konditoreien) und Straßencafes der Strandpromenaden und modernen Viertel trifft man die modernen Marokkanerinnen, allein oder in männlicher Begleitung.

Motor der Emanzipation ist die steigende Berufstätigkeit der Frauen - in Banken, Krankenhäusern und Geschäften, in der Verwaltung und im Transportwesen. Auch an der Politik nehmen Marokkos Frauen aktiv teil. Nach den letzten Wahlen zogen 35 Frauen ins Parlament ein.

So emanzipiert viele marokkanische Frauen heute schon sind — die wenigsten reisen alleine. So ziehen allein reisende ausländische Frauen die Aufmerksamkeit auf sich. Es ist leicht, dieses wohlgemeinte Interesse zu ignorieren.

Kann man mit Kindern in Marokko Urlaub machen?

Marokkaner sind ausgesprochen kinderlieb! Kinder sind für sie die Freude des Lebens — Urlaub ohne Kinder schlicht unvorstellbar. Dementsprechend herzlich und offen begegnet man Kindern überall in Marokko, in den Hotel- anlagen, auf der Straße und in Geschäften.

Und in welchem Land gibt es so viel zu sehen und zu erleben: die Handwerker und bunten Bazare, das lebhafte Treiben auf Märkten und Plätzen, die Musiker und Gaukler. Sightseeing mit der Pferdekutsche — das macht auch Kindern Spaß! Schlangenbeschwörer, Feuerschlucker, Märchenerzähler, Wunderheiler, „Zahnärzte“ und Akrobaten begeistern Kinder und Erwachsene — nicht nur auf dem Platz Djemaa-el-Fna in Marrakesch. Kurz gesagt: Für Kinder ist ganz Marokko ein einziger Vergnügungspark!

Seit Frühjahr 2005 gibt es in der Königsstadt Marrakesch einen Aqua-Fun-Park mit Piraten- schiff und Riesenrutschen!

Kann man in Marokko das Handy benutzen?

Ja, mehr als 10 Millionen Marokkaner haben selber eins. Ein Netz-Empfang ist nahezu flächendeckend gewährleistet. Öffentliche Telefonzellen und Kartentelefone gibt es an jeder Ecke, und in jedem größeren Ort gibt es zahlreiche lnternet-Cafes

Wie gut ist die Versorgung im Krankheitsfall?

Das marokkanische Gesundheitswesen ist gut ausgebaut, besonders in den Städten. Die Mehrzahl der ca. 15.000 Ärzte hat sich hier niedergelassen, die Hälfte davon privat. Ein Großteil wurde in Europa ausgebildet, was auf den Schildern der Arztpraxen erkennbar ist, da hier nicht nur das Fachgebiet, sondern auch der Ausbildungsort angegeben ist. Auf dem Lande wird die ärztliche Versorgung durch Gesundheitszentren sichergestellt. Apotheken gibt es in allen größeren Orten.

Sollte man in Marokko Vollpension buchen oder kann man auch außerhalb der Hotels essen gehen?

Die meisten Pauschaltouristen buchen Halb- oder Voll-Pension und genießen in Ihrem Hotel europäische (meist französische) und marokkanische Küche. Dabei bietet gerade Marokko lndividualreisenden ein besonders breites Angebot an guten Restaurants nach europäischem Standard: vom marokkanischen Luxus-Restaurant mit landestypischer Musik und Tanz bis zu Pizzeria und Hamburger-Lokal.

Marokkanische, französische, deutsche, italienische, spanische, japanische und chinesische Restaurants, Thailänder, Vietnamesen, Mexikaner, Inder und Libanesen — die Vielfalt der Küchen ist so groß wie die Vielfalt der marokkanischen Landschaften.

In den Restaurants entlang der Atlantikküste, an den Strand- und Hafenpromenaden von Agadir, Essaouira und El Jadida, serviert man frischen Fisch, Austern, Langusten, Krabben und Hummer. Im Süden beherrschen das landestypische Tajine (im Tontopf geschmortes Ragout aus Hähnchen, Lamm, Fisch und/oder Gemüse) oder Couscous die Speisekarten.

Wird in Marokko außerhalb der Hotels Alkohol ausgeschenkt?

Marokko produziert selbst Wein und Bier, wie das leichte Flag und das würzige Heineken; eine marokkanische Spezialität ist das Bier „Casablanca“. Bars und Nightclubs führen alle gängigen Spirituosen bis hin zu französischem Champagner. Die größten Weinanbaugebiete Marokkos liegen in der Gegend von Meknes, bei Essaouira und nördlich von Casablanca. Restaurants brauchen eine Alkohollizenz, um Wein auszuschenken - also besser vorher nachfragen. In der Medina gelegene Gasthäuser und kleinere Tour-Hotels haben häufig keine Lizenz, um selbst Wein anzubieten. Mitgebrachter Wein wird aber gerne serviert.

Kann man während des Fastenmonats Ramadan in Marokko Urlaub machen?

Manche sagen: noch besser! Nie wird in Marokko mehr gefeiert als im heiligen Fastenmonat Ramadan. Natürlich nur in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und -aufgang. Tagsüber haben viele Ämter und Geschäfte geänderte Öffnungszeiten. Kurz vor dem Böllerschuss, der den Fastensbruch ankündigt, eilt alles nach Hause, versammeln sich Familien und Freunde zum opulenten Fastensfest. Dazu gehört die traditionelle Fastenssuppe „Harira“. Nach dem Essen geht man aus — und die Nacht wird zum Tag! Die Urlaubshotels bieten während des Ramadan den normalen Service.

Gibt es in Marokko die gleichen Sportmöglichkeiten wie in europäischen Mittelmeerländern?

Selbstverständlich, Vom Wüsten-Trekking in der Sahara bis zum Ski-Abfahrtslauf im Atlas- Gebirge (bei Fes und Marrakesch) ist alles möglich! Wassersportler finden in Agadir an der Atlantikküste hervorragende Bedingungen und eine moderne Infrastruktur. Essaouira und Dakhla im äußersten Süden des Landes sind Hochburgen der Katesurfer aus der ganzen Welt.

Golfspieler können auf 30 gepflegten Greens einlochen, Tennisspieler ganzjährig im Freien abschlagen — allein in Agadir gibt es 35 Tennisplätze. Im Landesinneren bietet das Atlasgebirge Wanderern, Radsportlern, Anglern und Jägern ideale Bedingungen.

Stark im Trend: Wildwasser-Rafting in den Naturparks des Atlasgebirges, Klettern in den Felsschluchten des Todra und des Dades. Ansprechpartner sind die örtlichen Hotels oder Reisebüros.

Sind Andersgläubige in Marokko willkommen?

Auch wenn sich 99% der marokkanischen Bevölkerung zum Islam bekennen, hat die religiöse Toleranz in Marokko eine lange Tradition. Schon im Mittelalter lebten Christen und Juden unter dem Schutz des marokkanischen Königs, eine Sonderstellung, die noch heute Bestand hat. Von der Vichy-Regierung im zweiten Weltkrieg nach den Namen der marokkanischen Juden gefragt, antwortete Seine Majestät König Mohammed V: „In Marokko gibt es keine marokkanischen Juden. Es gibt nur Marokkaner.“ In allen großen marokkanischen Städten gibt es christliche Kirchen und Synagogen. Marokko war das erste muslimische Land, das 1984 den Papst empfing.


 

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